Rombachs Finanztipps:

Wir besprechen heute: Meme-Stocks

Heute geht es um das soziale bzw. mediale Phänomen der sog. Meme-Aktien. Dies sind Aktien, deren Kursentwicklung stark durch Aufmerksamkeit in sozialen Medien geprägt wird und weniger durch klassische Unternehmenskennzahlen.

Ein Meme ist ein Internet-Witz oder -Trend, der sich schnell verbreitet. Der Begriff ist besonders seit Anfang 2021 mit der GameStop-Aktie auf der Reddit-Plattform bekannt geworden.

Hier kamen mehrere Elemente zusammen:
Extrem hohe Leerverkäufe durch Hedgefonds und gleichzeitig eine aktive Privatanleger-Community, die in der Covid-Periode viel Freizeit hatte. Dadurch wurde das Investieren emotionalisiert und spielerisch aufgeladen und somit zum symbolischen Kampf „Klein gegen Groß“.

Hinzu kamen niedrige Transaktionskosten durch günstige Trading-Apps und eine mediale Berichterstattung, wodurch eine sich selbst verstärkende Dynamik entstand. Dies bedeutet grundsätzlich sehr hohe Volatilität und Emotionen statt vernünftiger Analyse und der Orientierung an einem geschätzten inneren Wert, sodass der Preis oft nicht die wirtschaftliche Realität widerspiegelte.

Lohnt es sich im Durchschnitt, in Meme-Stocks zu investieren? Nein, nur für einzelne frühe Investoren, aber die Mehrheit der Anlegenden steigt zu spät ein und erleidet Verluste.

Es geht hier eher um reine Spekulation als um klassische Geldanlage. Wer die Auswüchse in sehr unterhaltsamer Form genießen möchte, kann sich den Film „DUMB MONEY: Schnelles Geld“ auf den einschlägigen Portalen ansehen.

Zuletzt sei hier für Neulinge und Fortgeschrittene eine einfache Strategie zum Vermögensaufbau skizziert:

  • Depot bei einer günstigen Onlinebank eröffnen,
  • einen weltweit streuenden ETF auswählen und
  • ein, zwei oder zwei oder drei vernünftige Aktienfonds,
  • monatlichen Sparplan festlegen und mind. 10 Jahre durchhalten,
  • Nachrichten-Hypes und Krisenrufe ignorieren.

Einmal pro Jahr prüfen – sonst nichts tun.

Dadurch werden kurzfristige Kursschwankungen unwichtig und man kann sie sogar für den Kauf von mehr Anteilen nutzen (Cost-Average-Effekt). So wird Vermögen ohne Markt-Timing und ständige Entscheidungen aufgebaut.

Lassen Sie sich nicht irritieren und unterschätzen Sie nie die Kraft des Aktienmarktes! Dahinter stehen im Regelfall werthaltige Produkte und findige Manager.

 

Und zum Schmunzeln (oder zum Nachdenken) noch mein „Knallbonbon der Woche“

Die Nordmanntanne ist des Deutschen liebste Tanne. 85 von 100 der Baumschmuckträger sind Provenienz „Nordmann“.

Kein Wunder, sagt doch der Name schon, dass es sich hier um ein Produkt handelt, das irgendwie synonym für nordisch, Schnee, Kälte und Weihnachtsmann steht.

Denkste, das Bäumchen hat seinen Namen vom Botaniker Alexander von Nordmann, der ihn bereits im 18. Jahrhundert zum ersten Mal beschrieben hat.

Merke also: Namen sind nicht immer Schall und Rauch.

 

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Stets, Ihr
Reinhold Rombach
„Börsebius“

Unser Gastkommentator Reinhold Rombach ist einer der bekanntesten Börsenexperten Deutschlands und lebt schon lange in Rodenkirchen. Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit börsennotierten Gesellschaften, mit Aktien und Fonds, analysiert ihre Stärken und Schwächen. Seine Meinung über Geld&Börsen veröffentlichte er früher als Kolumnist in der Zeit (aber auch in der Wirtschaftswoche und der Süddeutschen Zeitung) und mehr als ein Vierteljahrhundert im Deutschen Ärzteblatt als „Börsebius“. Seine Fans nennen ihn aber auch den „Kostolany vom Rhein“ oder das „Kölsche Orakel“.  Rombach´s spannende wöchentliche Kolumnen und eine Aktien-TopTen-Masterliste erscheinen im Web unter www.derboersebius.de