Rombachs Finanztipps:

Meine Aktie der Woche: Bayer wieder in der Spur?

Mit der Bayer Aktie verbindet mich eine Art Hassliebe, sie hat mich oft enttäuscht und selten entzückt, von Monsanto bis seltsamen CEO-Entscheidungen gibt es jede Menge, was es bei dem Leverkusener Agrar- und Chemiekonzern zu beklagen gibt.

Doch eine Aktie mit Verachtung zu strafen, ist für einen guten Wertpapierbeobachter ein Charakterfehler und daher beobachte ich den Titel seit jeher aus dem Augenwinkel und immer, wenn ich denke, es wäre an der Zeit, die Hand zu heben für einen möglichen Kauf, dann muss man es auch tun.

Es ist mittlerweile zwei Jahre her, da schien es, dass sich Bayer mit dem Wirkstoff Asundexian zur Vorbeugung von Schlaganfällen mächtig verhoben habe. Damals lief eine Studie nicht nach Wunsch und der Aktienkurs geriet demensprechend unter die Räder.  Auf die Bayer Aktie gab kaum noch jemand einen Pfifferling, bloß weg damit hieß die Devise, das Thema Monsanto hing ja auch noch wie ein Klotz an dem Wert.

Doch Bayer machte mit Asundexian unverdrossen weiter und konnte jüngst in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie nachweisen, dass der Blutgerinnungshemmer das Risiko eines ischämischen Schlaganfalls im Vergleich zum Placebo signifikant reduziert.

Wie bedeutend die Studienergebnisse eingeschätzt werden, zeigt die Tatsache, dass die US-Gesundheitsbehörde FDA (Federal Drug Administration) dem Mittel einen sogenannten „Fast-Track-Status“ erteilt hat. Damit ist eine beschleunigte Zulassung für Asundexian möglich und wahrscheinlich.

Was bedeutet dieser Erfolg für Bayer? Analysten trauen dem Medikament einen Umsatz von 1 bis 3 Milliarden Euro zu. Jährlich versteht sich. Das ist zwar weniger als die Planzahlen von vor 2 Jahren, aber immer noch beträchtlich.

Fazit: Bayers Gerinnungshemmer hat das Zeug zum Gewinnhammer.

Mühlstein Monsanto

Natürlich ist beim Leverkusener Konzern ein Mühlstein namens Monsanto vorhanden, das wissen wir ja alle. Gäbe es das Debakel um nach wie vor existierende milliardenschwere Prozessrisiken wegen Glyphosat nicht, wäre der Kurs heute schon mindestens 50 Euro oder mehr.

Es gibt allerdings Anzeichen, dass sich in 2026 die Prozesslage in den USA entspannen könnte, manche sprechen auch von einem eventuellen Deal mit der US-Administration. Oder gar von einer möglichen Insolvenz von Monsanto. Wie auch immer, Bayer scheint langsam in die Spur zu kommen und das ist für den Aktienkurs eine gute Nachricht. Eine sehr gute sogar.

 

 

Und zum Schmunzeln (oder zum Nachdenken) noch mein „Knallbonbon der Woche“

Black Friday. Da leuchten die Augen der Schnäppchenjäger. Rabattschlacht, Zuschlagen, Glückseligkeit.

Das war durchaus mal anders. Der „schwarze Freitag“ ging als größter Börsenkrach ever in die Geschichte der Aktienmärkte ein.

Das Pikante daran. Er könnte sich wiederholen.

 

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Reinhold Rombach
„Börsebius“

Unser Gastkommentator Reinhold Rombach ist einer der bekanntesten Börsenexperten Deutschlands und lebt schon lange in Rodenkirchen. Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit börsennotierten Gesellschaften, mit Aktien und Fonds, analysiert ihre Stärken und Schwächen. Seine Meinung über Geld&Börsen veröffentlichte er früher als Kolumnist in der Zeit (aber auch in der Wirtschaftswoche und der Süddeutschen Zeitung) und mehr als ein Vierteljahrhundert im Deutschen Ärzteblatt als „Börsebius“. Seine Fans nennen ihn aber auch den „Kostolany vom Rhein“ oder das „Kölsche Orakel“.  Rombach´s spannende wöchentliche Kolumnen und eine Aktien-TopTen-Masterliste erscheinen im Web unter www.derboersebius.de