Politik berät über MIV-Grundnetz

Leistungsfähiges Netz für den Kfz-Verkehr und mehr Aufenthaltsqualität in den Veedeln  

 MIV

Die Stadtverwaltung will die Leistungsfähigkeit der Kölner Straßen für den Kfz-Verkehr sicherstellen. Dafür soll ein neu definiertes Grundnetz für den motorisierten Individualverkehr („MIV-Grundnetz“) beschlossen werden. Über die entsprechende Vorlage beraten nun die politischen Gremien. Das MIV-Grundnetz hat im Sinne eines Prioritätsnetzes die Aufgabe, die Leistungsfähigkeit des Kfz-Verkehrs sicherzustellen. Abseits dieses Netzes sollen dagegen andere Nutzungen wie der Fuß- und Radverkehr und die Gestaltung lebenswerter und nachhaltiger urbaner Räume mit hoher Aufenthaltsqualität priorisiert werden. Das Grundnetz wird im Verkehrsausschuss und allen Bezirksvertretungen beraten, bevor der Rat darüber beschließt.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker: „Mit dem MIV-Grundnetz gelingt uns ein Ausgleich zwischen unterschiedlichen Interessen. Für den motorisierten Individualverkehr und den Wirtschaftsverkehr wird langfristig ein leistungsfähiges Straßennetz definiert und gestärkt, auf dem diese Priorität haben. Abseits dieses MIV-Grundnetzes wird es natürlich auch erweiterte Möglichkeiten für Fußgänger und Radfahrer und für die Steigerung der Aufenthaltsqualität geben. So wollen wir die erforderliche breite Akzeptanz für die Mobilitätswende schaffen.“

Ascan Egerer, Beigeordneter für Mobilität der Stadt Köln: „Mit dem MIV-Grundnetz stellen wir gemeinsam mit dem bereits beschlossenen Radverkehrshauptnetz und den Planungen für die ÖPNV-Netzentwicklung die Weichen für eine zukunftsorientierte und nachhaltige Stadt- und Verkehrsentwicklung. Die definierten Netze können Planungs- und Entscheidungsprozesse verkürzen. Die jeweiligen Prioritäten und die Anforderungen an die Infrastruktur, auch in den Überlagerungsbereichen, sind – stets abhängig von der Belastungssituation – dann klar. Es fügt sich nahtlos ein in die Ziele der Stadtstrategie ‚Kölner Perspektiven 2030+‘, des Leitbilds zu unserem nachhaltigen Mobilitätsplan ‚Besser durch Köln‘ und der Klimaneutralität bis zum Jahr 2035.“

Der Rat hat die Verwaltung im Juni 2021 damit beauftragt, für den MIV in Köln erstmals ein Grundnetz zu definieren (sieheAN/0566/2021). Demnach soll die Erreichbarkeit der Innenstadt für Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, erhalten bleiben. Straßen, die nicht Teil des MIV-Grundnetzes sind, sollen als Stadträume mit Aufenthaltsqualität weiterentwickelt werden. Zudem wurde beschlossen, dass das MIV-Grundnetz alle fünf Jahre überprüft wird, um es an sich verändernde Verkehrsverhältnisse anzupassen.

Methodik

Bei der Konzeption des MIV-Grundnetzes hat sich die Verwaltung eng an die verkehrspolitischen Maßgaben gehalten. So wurde die Stadt in Korridore eingeteilt. Entsprechend eines Kriterienkatalogs wurden dabei rund 440 Straßenabschnitte bewertet. Je höher die Punktzahl eines Straßenabschnitts in einem definierten Korridor ist, desto höher ist die Bedeutung für den Kfz-Verkehr und somit die Zugehörigkeit zum neu definierten Grundnetz MIV.

Im Rahmen der Konzeption des MIV-Grundnetzes wurden interne und externe Experten über Workshops in die Bearbeitung mit eingebunden. Die Kölner wurden im Februar 2023 über die Beteiligungsplattform „Meinung für Köln“ beteiligt.

Ausblick

Mit Beschluss des MIV-Grundnetzes sind zunächst keine Veränderungen im Straßennetz verbunden. Das MIV-Grundnetz bietet perspektivisch jedoch die Grundlage und Voraussetzung dafür, Verkehrs- und Stadträume in Köln hinsichtlich der nachhaltigen Mobilität und des Stadtbildes zu entwickeln und neu zu denken. Die Vorlage sieht zudem den Auftrag an die Verwaltung vor, das MIV-Grundnetz alle fünf Jahre zu überprüfen und Veränderungen dem Rat erneut zum Beschluss vorzulegen.

Unter SessionNet | Ein neu definiertes Grundnetz für den motorisierten Individualverkehr (MIV-Grundnetz) (stadt-koeln.de) können die  Vorlage, eine Karte des MIV-Grundnetzes sowie weitere Anlagen im Ratsinformationssystem der Stadt Köln abgerufen werden.

Foto: „Die Informationsdesigner“