Gute Vorsätze und der Rubikon: Warum wir oft am Ufer stehen bleiben

Das neue Jahr ist da und mit ihm vielleicht wieder einmal Vorsätze wie „Ich möchte mich gesünder ernähren und mehr Sport treiben“, „Ich möchte mich endlich einem neuen Hobby widmen“ oder „Weniger Stress und mehr Achtsamkeit wären gut“.

Auch ich ertappe mich immer wieder dabei, das neue Jahr als Motivation für Veränderungen zu sehen. Inzwischen weiß ich jedoch, dass zwischen einem guten Vorsatz und seiner Umsetzung einige ganz persönliche Hürden liegen.

Warum gute Vorsätze im neuen Jahr oft nicht umgesetzt werden

Viele Menschen starten motiviert ins neue Jahr und geben ihre Vorsätze schon nach wenigen Wochen wieder auf. Mit dem Rubikon-Modell lässt sich erklären, warum die Umsetzung oft nicht gelingt, denn es zeigt, dass zwischen einem Wunsch und einer tatsächlichen Handlung mehrere entscheidende Schritte liegen.

Was bedeutet es, den Rubikon zu überschreiten?

Der Begriff „Rubikon“ stammt aus der römischen Geschichte. Der Rubikon war ein kleiner Grenzfluss zwischen Italien und der römischen Provinz Gallien. Im Jahr 49 v. Chr. überschritt Julius Cäsar diesen Fluss mit seinem Heer, obwohl dies vom römischen Senat verboten war. Damit begann unwiderruflich der Bürgerkrieg. Aus diesem Ereignis stammt die Redewendung „den Rubikon überschreiten“, also einen unumkehrbaren Entschluss fassen.

Wird dieser Rubikon nicht überschritten, bleiben Vorsätze oft in der ersten Phase stecken: dem Abwägen. Der Wunsch ist da („Ich sollte mehr Sport machen“), aber die innere Entscheidung, das sprichwörtliche Überschreiten des Rubikon, wird nie wirklich getroffen. Ohne diese klare Entscheidung fehlt die Verbindlichkeit.

Ein weiterer Stolperstein dabei ist die fehlende Planung. Vorsätze scheitern nicht am Wollen, sondern am fehlenden „Wann, wo und wie“. Ohne konkrete Pläne bleibt die Umsetzung dem Alltag unterlegen. Auch negative Erfahrungen, Überlastung oder eine geringe persönliche Bedeutung können dazu führen, dass die Handlung gar nicht erst beginnt oder schnell wieder abbricht.

👉 Das Rubikon-Modell macht deutlich: Erfolgreiche Vorsätze brauchen mehr als Motivation.

Kurz gesagt: Aus einem Wunsch entsteht erst dann Veränderung, wenn eine bewusste Entscheidung, eine realistische Planung, die konkrete Umsetzung und eine positive Bewertung der Ergebnisse folgen.

Beispiel: So könnte der Vorsatz „mehr Sport machen“ umgesetzt werden:

  1. Bewusst entscheiden

Statt „Ich sollte mehr Sport machen“ braucht es ein klares Ja:

Ich entscheide mich, regelmäßig Bewegung in meinen Alltag einzubauen.

Hilfreich ist es, den persönlichen Nutzen zu benennen, z. B. mehr Energie, weniger Rückenschmerzen oder Stressabbau.

  1. Konkret planen

„Mehr Sport“ ist zu ungenau. Entscheidend sind konkrete Festlegungen:

  • Was genau? 30 Minuten Spazierengehen.
  • Wann? Montag und Donnerstag um 18:00 Uhr.
  • Wo? Im Park oder in der Nachbarschaft.

Je genauer der Plan, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorsatz im Alltag untergeht.

  1. Klein anfangen und handeln

Der Einstieg muss realistisch sein. Zwei kurze Einheiten pro Woche sind besser als ein zu ambitionierter Plan, der schnell frustriert.

Regelmäßigkeit ist wichtiger als Intensität.

  1. Hindernisse einplanen

Was passiert bei schlechtem Wetter oder Stress?

Zum Beispiel: kurze Indoor-Übungen, eine kleinere Runde oder eine feste Erinnerung im Kalender. Wer Alternativen vorbereitet, bleibt eher dran.

  1. Erfolge reflektieren

Nach einigen Wochen lohnt sich der Blick zurück:

  • Fühle ich mich fitter? Woran merke ich es?
  • Tut mir die Bewegung gut?

Positive Erfahrungen verstärken die Motivation und machen aus dem Vorsatz eine Gewohnheit.

👉 Fazit: Der Vorsatz „mehr Sport machen“ gelingt, wenn aus dem Wunsch eine bewusste Entscheidung wird, der Plan konkret ist und kleine Erfolge sichtbar gemacht werden.

👉 Mein Tipp: Seid geduldig mit euch selbst und traut euch, klein anzufangen. Nicht jeder Vorsatz muss sofort gelingen. Wichtig ist, dass er sich für euch richtig anfühlt und in euren Alltag passt.

Ergänzende Infos zum Thema:

Apotheken-Umschau / zdfheute

Elke Strauß

Seit vielen Jahren begleite ich als Trainerin, Coach und Moderatorin Menschen in herausfordernden Arbeits- und Lebenssituationen. Mein Schwerpunkt liegt auf den Themen Pflege, Demenz, Unterstützung von Angehörigen sowie Coaching und der Entwicklung von Teams und Führungskräften.

Mein Anliegen ist es, wertvolle Impulse, praktische Tipps und inspirierende Gedanken mitzugeben – für mehr Orientierung, Entlastung und neue Perspektiven im Alltag.

Elke Strauß
Dipl. Pflegewirtin, Krankenschwester, Trainerin, Coach und Moderatorin

Mehr Infos: www.elke-strauss.de