Freude im Kölner Zoo: Kleines Faultier geboren

Es ist namenlos, da sein Geschlecht noch nicht bestimmt ist – könnte aber aufgrund seiner ungewöhnlichen Aktivität durchaus „Zappelphilipp“ heißen: Der Kölner Zoo freut sich über ein neugeborenes Faultier. Es kam am 4. November 2025 zur Welt. Um die Bindung zu Mutter „Jumi“ nicht zu stören, wurde das Geschlecht noch nichtbestimmt. Es ist „Jumis“ drittes Jungtier. Vater ist Faultier-Männchen „Perez“. Das nun geborene Faultier war mit 377gGeburtsgewicht deutlich dünner als sein im Januar 2024 zur Welt gekommenes Vorgänger-Geschwisterchen

„Jamiro“, der damals 500g auf die Waage brachte und mittlerweile im Tierpark Gettorf in Schleswig-Holstein lebt.

Der Zoo hat sich am zweiten Tag nach der Geburt entschlossen, dem jüngst neugeborenen Faultier dreimal täglich etwasMilch und gekochtes Gemüse als „Beikost“ zusätzlich zur Muttermilch zu geben. Dies war bereits beim älteren Bruder eine erfolgreiche Methode. Das Kleine hat damit innerhalb von sechs Wochen auf nun 545g zugenommen – es wächst also im Faultiertempo. VomCharakter her ist es aktiv und, für ein Faultier, ungewöhnlich zappelig. Mutter „Jumi“ kümmert sich gut und trägt und säugt ihr Kleines mit großer Ausdauer.

Laufend kopfüber und Scheitel am Bauch

Faultiere zeichnen sich durch ihre kopfunter im Baum hängende Lebensweise und ihre gemächliche Fortbewegung aus. Dies liegt unter anderem an der energiearmen Blattnahrung, der Hauptnahrung der Faultiere. Sie sind durchlange Gliedmaßen, die in gebogenen Krallen enden, an das Hängen im Baum angepasst. Zweifinger-Faultiere, zu der die in Köln gehaltenen Eigentlichen Zweifingerfaultiere (auch Unau genannt) sowie das Hoffmann-Zweifinger-Faultier zählen, haben an den Vordergliedmaßen zwei, an den Hinterfüßen drei Zehen. Ihr Fell ist am Bauch gescheitelt, damit das Wasser besser abfließen kann. Vor allem in der Regenzeit kann das Fell mit grünen Algen durchsetzt sein, wodurch das Tier besser im Geäst getarnt ist. Zweifingerfaultiere haben zwar ein großes Verbreitungsgebiet in Mittamerika bis zum nördlichen und zentralen Südamerika, doch verlieren sie durch Brandrodung zunehmend ihren Lebensraum.

Die Warmhäuser im Zoo – ein heißer Tipp an kalten Tagen!

Die Kölner Faultiere leben im „Arnulf-und-Elizabeth-Reichert-Haus“ Es ist einem tropischen Regenwald nachempfunden, in dem sich Tiere frei bewegen. Bewohner sind neben den Faultieren auch Goldgelbe Löwenäffchen, Weißkopfsakis, Kugelgürteltiere, Piranhas, Tukan und viele weitere Vogelarten. Gäste gehen unmittelbar neben oder unter den Tieren hindurch. Das Warmhaus mit dem immer dichter werdendenDschungelbewuchs mit Bromelien, Palmen und Kakaobäumen ist – wie die anderen Zoo-Warmhäuser auch – ein perfekter Ort für warme Augenblicke an kalten Wintertagen.

Fotos: A. Sliwa