Junge Stimmen über Verlust, Trauer und das Weiterleben

Was macht eigentlich eine Caring Community aus? Eine zentrale Dimension dieser Frage zeigt sich im Umgang mit den verletzlichsten Mitgliedern unserer Gesellschaft: mit schwerstkranken und sterbenden Menschen ebenso wie mit ihren Angehörigen und den Trauernden. Genau hier setzt die Idee der Caring Community Köln an. Ziel ist es, die Stadtgesellschaft darin zu stärken, Sterben, Tod und Trauer bewusster und kompetenter zu begegnen.

Dabei geht es nicht allein um professionelle Versorgungsstrukturen. Vielmehr ist es eine gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, eine Kultur des Hinschauens, Mitfühlens und Unterstützens zu entwickeln. Viele Menschen vermeiden verständlicherweise die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit. Und doch kann es entlastend sein, wenn ein grundlegendes Wissen und eine gewisse Sicherheit im Umgang mit diesen Themen vorhanden sind.

Im Rahmen der AG Kinder und Jugendliche ist ein sehr berührender Beitrag entstanden:

Der Film „TOTal Normal – Junge Menschen berichten von ihren Erfahrungen mit schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer“ gibt Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine Stimme, die bereits mit Verlust und Abschied konfrontiert waren. Anna-Maria (27), Lea (22), Theresa (18), Mia (16), Nia (19) und Nils (23) teilen ihre persönlichen Erfahrungen, etwa mit dem Tod eines Elternteils, der schweren Erkrankung eines Geschwisters oder nach einem Suizid im nahen Umfeld.

Ihre Berichte machen deutlich, wie unterschiedlich junge Menschen mit solchen Situationen umgehen: Oft beschreiben sie ein „Funktionieren“ im Alltag, während gleichzeitig intensive Gefühle und große Herausforderungen im Inneren bewältigt werden müssen. Sie sprechen auch über Tabus, Unsicherheiten im Umfeld und darüber, was sie sich von anderen wünschen: Offenheit, ehrliches Mitgefühl, praktische Unterstützung und zugleich Respekt für den eigenen Umgang mit Trauer.

Deutlich wird auch, wie wichtig unterstützende Angebote sein können. Trauergruppen für junge Menschen schaffen Räume der Verbundenheit, in denen Erfahrungen geteilt werden können, auch dann, wenn zunächst kein aktiver Wunsch nach Hilfe besteht. Ebenso hilfreich sind Gespräche mit Freundinnen und Freunden, Familie oder professionellen Begleitenden, um mit den eigenen Gedanken nicht allein zu bleiben.

Eine wichtige Botschaft des Films lautet: Trauer ist ein natürlicher Teil des Lebens und jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise. Sie braucht Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit. Trauer ist kein Zustand, der „überwunden“ werden muss, sondern ein Prozess, der begleitet werden darf.

Ergänzend zum Film wurde pädagogisches Begleitmaterial entwickelt. Es unterstützt Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte dabei, die Themen im Unterricht aufzugreifen und mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch zu kommen. Ziel ist es, Verständnis zu fördern, Berührungsängste abzubauen und Raum für eigene Gedanken und Gefühle zu schaffen, ganz im Sinne der Caring Community Köln.

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Elke Strauß

Seit vielen Jahren begleite ich als Trainerin, Coach und Moderatorin Menschen in herausfordernden Arbeits- und Lebenssituationen. Mein Schwerpunkt liegt auf den Themen Pflege, Demenz, Unterstützung von Angehörigen sowie Coaching und der Entwicklung von Teams und Führungskräften.

Mein Anliegen ist es, wertvolle Impulse, praktische Tipps und inspirierende Gedanken mitzugeben – für mehr Orientierung, Entlastung und neue Perspektiven im Alltag.

Elke Strauß
Dipl. Pflegewirtin, Krankenschwester, Trainerin, Coach und Moderatorin

Mehr Infos: www.elke-strauss.de