Heute schauen wir mal in die Matratze

1. Kaltschaummatratzen

Foto von Marke RUMMEL

Foto von Marke RUMMEL

Material:

Kaltschaum ist ein flexibler Schaumstoff, der je nach Qualität sehr elastisch, punktelastisch und formstabil sein kann. Hochwertiger Kaltschaum besitzt eine offenporige Struktur, reagiert gut auf Bewegung und kann den Körper differenziert unterstützen.

Zonierung:

Kaltschaum lässt sich sehr gut zonieren. Durch Einschnitte, Würfelstrukturen, Profilierungen oder unterschiedliche Stauchhärten können Schulter, Becken und Taille gezielt entlastet werden. Die Qualität der Zonierung hängt allerdings stark davon ab, wie aufwendig der Kern wirklich aufgebaut ist.

Kompatibilität:

Kaltschaummatratzen passen grundsätzlich zu vielen Lattenrosten und eignen sich häufig gut für motorisch verstellbare Rahmen. Trotzdem gilt: Nicht jede Kaltschaummatratze funktioniert automatisch auf jeder Unterfederung. Optimal ist die Kombination, wenn Matratze und Unterfederung vom Hersteller passend aufeinander abgestimmt wurden.

Liegegefühl:

Das Liegegefühl ist meist ruhig, anschmiegsam und körpernah. Man liegt eher „in“ der Matratze als „auf“ ihr. Hochwertige Schäume bieten dabei eine gute Balance aus Entlastung und Stützkraft.

Preisfakt:

Je offenporiger, elastischer und langlebiger der Schaum ist, desto höher ist in der Regel die Qualität. Gerade bei Kaltschaummatratzen gibt es ein großes Niedrigpreissegment, weil hier oft einfache und schnell produzierte Schäume verwendet werden (teilweise sogar die gleichen wie in Reisebetten oder Stuhlpolstern). Diese können sich anfangs bequem anfühlen, verlieren aber häufig schneller an Stützkraft und haben niemals die gleiche Atmungsaktivität wie hochwertig entwickelte Schäume. Wussten Sie, dass es viele deutsche Traditionshersteller mit eigener Schaumentwicklung gibt (Röwa, Rummel, Lattoflex, …)?

2. Taschenfederkernmatratzen

Material:

Bei einer Taschenfederkernmatratze sind einzelne Stahlfedern in Stofftaschen eingenäht. Jede Feder kann unabhängig reagieren. Dadurch entsteht eine punktuelle Unterstützung des Körpers.

Zonierung:

Taschenfederkerne können gut zoniert werden. Das geschieht zum Beispiel durch unterschiedliche Drahtstärken, verschiedene Federhöhen oder eine gezielte Anordnung der Federn. Wichtig ist: Eine hohe Federanzahl allein ist noch kein Qualitätsversprechen. Entscheidend sind der gesamte Aufbau und die Elastizität der einzelnen Feder und die Qualität des Stahls.

Kompatibilität:

Taschenfederkernmatratzen funktionieren gut auf stabilen Unterfederungen und in vielen Boxspring-Systemen. Optimal ist die Kombination, wenn der Hersteller Matratze und Unterbau gemeinsam entwickelt hat.

Liegegefühl:

Das Liegegefühl ist tragend und leicht federnd. Man liegt meist mehr „auf“ der Matratze. Viele Menschen empfinden das als tragend und angenehm unterstützend.

Preisfakt:

Bei günstigen Federkernmatratzen wird oft an den Federn, der Drahtqualität, der Abdeckung, der Polsterung oder der Randstabilität gespartoder es werden minderwertige Materialien verwendet. Die Matratze kann dann zunächst komfortabel wirken, verliert aber schneller an Form und Unterstützung.

3. Latexmatratzen

Material:

Latex ist ein sehr elastisches Material. Es kann aus Naturlatex, synthetischem Latex oder einer Mischung bestehen. Hochwertiger Latex ist punktelastisch, langlebig und passt sich gut an den Körper an.

Zonierung:

Latexmatratzen können durch unterschiedliche Lochungen, Kernbereiche oder Materialzonen zoniert werden. Dadurch lassen sich Schulter, Becken und Wirbelsäule gut unterstützen.

Kompatibilität:

Latex ist flexibel und eignet sich grundsätzlich gut für verstellbare Lattenroste und motorische Rahmen. Allerdings sind Latexmatratzen deutlich schwerer als andere Matratzenarten. Auch hier ist die beste Lösung eine Matratze, die passend zur Unterfederung entwickelt wurde.

Liegegefühl:

Das Liegegefühl ist elastisch, weich, anschmiegsam und gleichzeitig tragend. Latex reagiert schnell auf Bewegung und bietet ein sehr ruhiges, komfortables Liegen.

Preisfakt:

Latex ist nicht automatisch Naturlatex. Gute Hersteller zeigen transparent, welche Latexanteile verwendet werden. Bei günstigen Latexmatratzen wird manchmal nur mit dünnen Latexauflagen gearbeitet oder der Begriff klingt natürlicher, als der tatsächliche Aufbau ist.

4. Viscoschaummatratzen

Viscoschaummatratze

Material:

Viscoschaum, auch Memory Foam genannt, reagiert auf Körperwärme und Druck. Das Material passt sich langsam an den Körper an und verteilt Druck sehr gleichmäßig.

Zonierung:

Eine echte Zonierung ist bei Viscoschaum schwieriger als bei Kaltschaum oder Federkern. Häufig wird Viscoschaum deshalb als Komfortschicht auf einem stabileren Trägerkern eingesetzt.

Kompatibilität:

Viscoschaummatratzen können auf verstellbaren Lattenrosten funktionieren, wenn der gesamte Aufbau flexibel genug ist. Bei motorischen Rahmen sollte geprüft werden, ob die Matratze schnell genug reagiert und die Bewegungen gut mitmacht.

Liegegefühl:

Das Liegegefühl ist weich, druckentlastend und umhüllend. Man sinkt stärker ein und liegt sehr ruhig. Wer sich nachts viel bewegt, empfindet das langsamere Rückstellverhalten manchmal als störend.

Preisfakt:

Bei günstigen Viscoschaummatratzen sollte man besonders auf die Stärke der Viscoschicht, das Raumgewicht und die Qualität des Trägerkerns achten. Eine dünne Komfortschicht kann sich anfangs weich anfühlen, bietet aber langfristig oft zu wenig Unterstützung.

5. Naturmatratzen

Luxus-Naturmatratze von Schramm

Luxus Matratze von Schramm aus Naturmaterialien. Foto: Betten Bischoff

 
 Material:

Naturmatratzen können aus Naturlatex, Schurwolle, Baumwolle, Rosshaar, Kokos oder anderen Naturfasern bestehen. Sie richten sich an Menschen, die Wert auf natürliche Materialien und ein ausgeglichenes Schlafklima legen.

Zonierung:

Die Zonierung wird je nach Material unterschiedlich gelöst. Naturlatex kann gut zoniert werden. Kokos sorgt eher für Festigkeit. Wolle und Rosshaar dienen vor allem dem Klimaausgleich und der Feuchtigkeitsregulierung.

Kompatibilität:

Nicht jede Naturmatratze passt zu jedem Lattenrost oder Motorrahmen. Feste, mehrlagige Naturkerne können weniger flexibel sein. Naturlatex ist meist beweglicher. Auch hier sollten Matratze und Unterfederung zusammen betrachtet werden.

Liegegefühl:

Das Liegegefühl reicht von elastisch und anschmiegsam bis fest und natürlich stabil. Naturmatratzen müssen besonders sorgfältig auf den Menschen abgestimmt werden, weil die Materialien sehr unterschiedlich wirken.

Preisfakt:

„Natürlich“ ist kein geschütztes Qualitätsversprechen. Entscheidend sind Materialanteile, Herkunft, Verarbeitung und Transparenz des Herstellers. Eine hochwertige Naturmatratze ist meist erklärungsbedürftig – und selten ein echtes Billigprodukt. Bekannte Hersteller mit dem höchsten Anteil von hochwertigen Naturmaterialien sind Vispring, Schramm und Treca Paris.

An den „inneren Werten“ kommt keiner vorbei

Eine günstige Matratze ist nicht automatisch schlecht. Aber sehr niedrige Preise entstehen oft an Stellen, die man von außen kaum erkennt: beim Schaum, beim Raumgewicht, bei der Kernhöhe, bei den Federn, beim Bezug, bei der Randstabilität oder bei der Qualität der Zonierung.

Begriffe wie „7-Zonen, „orthopädisch, „Premiumschaum“ oder „Luxuskomfort“ klingen gut. Sie sagen aber wenig aus, wenn der genaue Aufbau nicht nachvollziehbar erklärt wird.

Eine Matratze muss zur Person passen: zu Körperbau, Schlafposition, Wärmeempfinden, Unterfederung und Komfortwunsch. Das lässt sich nicht allein über Härtegrad, Sternebewertungen oder Werbeversprechen entscheiden.

Unser Rat: Matratze und Unterfederung zusammen denken

Eine Matratze arbeitet nie allein. Lattenrost, Motorrahmen, Boxspring-Unterbau, Kopfkissen und Zudecke beeinflussen das Liegegefühl mit.

Fachberater Vito AlbaDeshalb kennt der Fachhandel nicht bloß „weich“, „fest“ oder „Härtegrad I–III“.
Interessant ist erst der gesamte Aufbau: Welche Materialien passen? Welche Zonierung ist sinnvoll? Wie ist das Schlafklima? Und funktioniert die Matratze mit dem vorhandenen oder geplanten Bettsystem?
Eine Matratze ist nicht einfach ein Produkt, sondern ein Schlafsystem, das wirklich zum Menschen passen sollte.

Vielen Dank für die Infos über die verschiedenen Materialien und Matratzen von unserem Rodenkirchener Bettenfachgeschäft Betten Bischoff. Vito Alba gibt sein Wissen gerne weiter: Seit über 30 Jahren berät er Kundinnen und Kunden rund um die richtige Matratze. Besonders wichtig sind ihm bei der Wahl seiner Produkte hochwertige Materialien und Hersteller mit transparenten Produkten.

www.bischoff-betten.de