RheinEnergie AG: Grundsteinlegung für Europas größte Flusswasser-Wärmepumpe in Köln-Niehl

V.l.n.r. legten den Grundstein Dr. Gunnar Stiesch (Technologievorstand Everllence SE), Andreas Feicht (Vertriebsvorstand RheinEnergie), NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester. (C) RheinEnergie/Schmülgen
Die vorbereitenden Arbeiten für die laut RheinEnergie AG zukünftig größte Flusswasser-Wärmepumpe Europas am Kraftwerksstandort Köln-Niehl starteten bereits im Frühsommer. Im Juli legte das Unternehmen den Grundstein für die 150-Megawatt-Anlage. Ab 2028 soll sie bis zu 50.000 Kölner Haushalte mit fossilfrei erzeugter Wärme versorgen. Mit dem Projekt investiert die RheinEnergie rund 280 Millionen Euro in die Dekarbonisierung der Kölner Fernwärme. Gegenüber einer fossil befeuerten Erzeugung soll die Anlage mindestens 100.000 Tonnen Treibhausgasemissionen pro Jahr einsparen.
Bei der Grundsteinlegung würdigten Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur und der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester gemeinsam mit dem RheinEnergie-Vorstandsvorsitzenden Andreas Feicht und Vertretern des Technologiepartners Everllence das Zukunftsprojekt.
100 Millionen Euro Fördergelder aus Bundes- und EU-Mitteln
Mit der Flusswasser-Wärmepumpe übernehme die RheinEnergie Verantwortung für die Zukunft der Wärmeversorgung in Köln, sagte Feicht. „Wir reduzieren den Einsatz fossiler Energieträger und verbinden Dekarbonisierung mit Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.“ Laut Feicht kann zudem das Projekt im flexiblen Zusammenspiel mit den bestehenden Gas-und-Dampfturbinen-Anlagen der RheinEnergie dazu beitragen, Erzeugungskosten und Preisrisiken zu begrenzen: „Das wirkt auch preisdämpfend auf den Wärmepreis. Was wir hier in Köln entwickeln, kann für andere Großstädte in Deutschland und Europa Modellcharakter haben.“ Feicht dankte für die finanzielle Förderung des Projektes in Höhe von 100 Millionen Euro aus Bundes- und EU-Mitteln. Ohne diese wäre das Projekt nicht wirtschaftlich realisierbar gewesen.
Die Teilnahme von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche unterstrich die bundespolitische Bedeutung des Kölner Projekts für die Energie- und Wärmewende in Deutschland. Das Projekt der RheinEnergie zeige, wie sinnvoll es sei, „unsere Energieversorgung breiter aufzustellen – mit einheimischen Energiequellen wie dem Rhein als zusätzlichem Baustein“, so Reiche. „Die Flusswasser-Wärmepumpe macht deutlich, wie sich lokale Potenziale konsequent nutzen lassen: technologieoffen, innovativ und mit dem Anspruch, erfolgreiche Lösungen zügig in die Breite zu tragen“, stellte Reiche fest.
Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester betonte die Bedeutung des Projekts für die kommunale Wärmeplanung und dankte der RheinEnergie als Unternehmen der kommunalen Daseinsvorsorge. „Sie übernimmt gesamtgesellschaftliche Verantwortung und eine Vorreiterrolle, um Köln als Industriestandort und Vorreiterstadt der Wärmewende zu positionieren. Die Anlage ist ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer dekarbonisierten Wärmeversorgung unserer Stadt.“
Für den Wärmepumpenprozess werde im Durchschnitt weniger als ein Prozent des Rheinwassers benötigt, informiert der Energieversorger. „Dessen Umweltwärme wird auf ein Kältemittel übertragen, das im geschlossenen Kreislauf verdichtet und auf über 100 Grad Celsius gebracht wird – heiß genug für das Kölner Fernwärmenetz.“ Pro eingesetzter Einheit Strom gewinne die Anlage zwischen zwei und drei Einheiten Wärme. „Das entnommene Rheinwasser kühlt sich dabei nur um wenige Grad ab und gelangt anschließend wieder in den Rhein.“ (eb)
